Aussehen sticht Charakter – wie bewahre ich meine Tochter vor einem verzerrten Körperbild?

Heute beim Spaziergehen auf dem Feld zwei Mädchen getroffen. Die beiden waren vielleicht zwölf, höchstens 13 Jahre alt. Die eine hatte eine Kamera und die andere war das „Model“. Das Kind posierte vor dem Maisfeld, Rücken zur Kamera, Po herausgestreckt, Arme hinter dem Kopf verschränkt, ihre Haare wehten im Wind. So eine Instagram-Pose, die schon bei erwachsenen Frauen albern aussieht. Als würden sie von der Polizei festgenommen. Hände hoch und Gesicht zur Wand!

Bei der Kleinen wirkte das Ganze erst recht bizarr. Nicht nur, dass sie im allergrößtem Herbststurm ohne Schal dastand (solche Sachen fallen mir jetzt auf als Mutter), sondern dass sie vermutlich nicht einmal wusste, wie gefährlich solche Fotos sein können. Vor allem, wenn sie in sozialen Netzwerken verbreitet werden. Weiterlesen „Aussehen sticht Charakter – wie bewahre ich meine Tochter vor einem verzerrten Körperbild?“

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Hurra, der erste Geburtstag! Ein Jahr wie ein Leben

Früher dachte ich ja immer, die Alten spinnen, wenn sie jammern, wie schnell doch die Zeit vergeht. Wenn mich die Tanten in die Wangen zwickten und riefen „Ei, du bist ja schon wieder gewachsen.“ Früher war ein Jahr wie ein Jahrhundert. Ein Tag war eine Ewigkeit und jeder Morgen versprach ein neues Abenteuer.

Damals waren Geburtstage noch richtig was zum Feiern, ohne diesen gouvernantenmäßig-mahnenden Charakter. Wieder ein Jahr vorbei, wieder so viele Träume nicht erfüllt. Vielleicht hat man auch zu viele. Nach Island reisen, Yogalehrer werden, die Erde aus dem Weltall sehen – die Liste wird immer länger. Früher hat man von dem neuen „Barbie Super Abenteuer Camper“  geträumt oder einem Besuch auf der Annaberger Kät. Man kann Kindern ja viel Fantasie und Hirngespinste nachsagen, aber ihre Wünsche sind realistischer. Weiterlesen „Hurra, der erste Geburtstag! Ein Jahr wie ein Leben“

Knopfbatterie verschluckt – ein Fall für die Notaufnahme!

Ein Kind im Krabbelalter zu haben ist ungefähr so, als hätte man einen Affen im Haus. In allen Zimmern herrscht Chaos, überall liegt Essen rum und ständig Gekreische. Mit ungefähr zehn Monaten hat meine Tochter gelernt, dass sie nicht unbedingt Mama oder Papa braucht, um ein Ziel zu erreichen. Sondern dass sie das auch alleine kann. Ihr erster Schritt in Richtung Selbständigkeit begann im Sitzen.  Weiterlesen „Knopfbatterie verschluckt – ein Fall für die Notaufnahme!“

Endometriose: Glutnester im Bauch

Endometriose. Bis vor zwei Jahren wusste ich nicht, dass es diese Krankheit gibt. Geschweige denn, dass ich von ihr betroffen bin. Dabei leiden allein in Deutschland zwischen zwei und sechs Millionen Frauen an Endometriose, jährlich erkranken rund 40.000 Frauen neu.

Endometriose nennt man Gebärmutterzellen, die im gesamten Unterleibt versprengt vorkommen. Wie sie dort hingelangen, ist bislang ungeklärt. Möglicherweise durch Vererbung, Ernährung, Fehlfunktionen des Immunsystems, rückfließendes Menstruationsblut, Verbreitung der Zellen über Blut und Lymphe, Umwelteinflüsse… infrage kommen viele Faktoren.

Die Endometriose-Herde jedenfalls verhalten sich wie die normalen Gebärmutterzellen zyklisch und können – weil sie während der Menstruation eben auch bluten und dadurch chronisch entzündet sind – zu folgenden Beschwerden führen:

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Süße Kätzchen und brutales Gemetzel

Ich mag meine Katzen. Wirklich, sehr. Sie bekommen sogar Fleisch aus echten toten Tieren. Aber manchmal, manchmal machen sie mich fertig.

Wenn sie mein Abendbrot fressen.

Wenn sie die Zimmerpflanzen bis zur Unkenntlichkeit verstümmeln. (Fleischfresser halt, die HASSEN Pflanzen!)

Wenn sie ins Laufgitter kacken.

Wenn sie mir, besonders wenn ich etwas Schweres transportiere, penetrant um die Füße schleichen.

Wenn sie überall ihre Haare liegen lassen.

Wenn sie ihre Krallen an meinem Sofa schärfen.

Wenn sie genau dann anfangen zu maunzen, wenn ich mich auf Zehenspitzen aus dem Kinderzimmer schleiche, so geräuschlos wie möglich hinaustripple und die Tür hauchzart hinter mir schlie… MAUUUUU! Miauuuuuu! Da könnte ich sie zum Mond schießen!  Weiterlesen „Süße Kätzchen und brutales Gemetzel“

Mein veganes Leben, Tag 202: Über Flunkereien, Schwiegereltern und milchfreien Apfelkuchen

Ich bin kein militanter Veganer. Ich missioniere nicht, ich trage keine einschlägigen T-Shirts, ich dulde Käse in meinem Kühlschrank und ich dränge niemandem fleischfreie Frikadellen auf. Ich rede auch nicht ungefragt über mein Essverhalten oder verbreite Schockbilder aus Schweinemastanlagen. Ich bin der Meinung, Ernährung ist eine unglaublich vielschichtige und subjektive Angelegenheit, die jeder für sich selbst regeln muss.

Aber genauso, wie keiner beim Verzehr eines Brathähnchens über die negativen ethischen, ökologischen und gesundheitlichen Konsequenzen von tierischen Produkten belehrt werden will, so will ich mich nicht ständig wegen meiner Einstellung rechtfertigen müssen. Ich esse keine Tiere und auch nicht deren Ausscheidungen. Punkt.

Und was ich noch weniger leiden kann, als sinnlose Diskussionen über Essgewohnheiten, sind: Lügen.

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Scheiß Montag – Jetzt wird’s eklig

Es ist schon erstaunlich, wie Ekel-resistent man als Mutter doch wird. Mit der Zeit gewöhnt man sich an vieles: volle Windeln, Erbrochenes, Babykacka bis zum Halskragen…alles wird aufgewischt, zusammengewickelt, gesäubert, gewaschen oder entsorgt. Ohne mit der Wimper zu zucken! Aber was mir heute passiert ist, das toppt alles!

Es fing an mit einem kleinen Deko-Stein aus Hartplastik. Weiterlesen „Scheiß Montag – Jetzt wird’s eklig“

Oje, es wächst!

Manche sagen, das Leben gleicht einer Achterbahnfahrt. Ich denke, es ist ein Katapult. Eine Zeit lang passiert gar nichts und dann – BÄM! – alles auf einmal. Höhenflug, Absturz, knallharte Landung auf dem Boden der Tatsachen.

Und so ist es von Anfang an. Schon ganz kleine Babys durchleben diese Ereigniskette. Die Abstürze (oder sind das die Höhenflüge?) nennen Experten „Sprünge“, Entwicklungsschübe.  Zehn Stück soll es davon in den ersten 20 Lebensmonaten geben. Wir (also das Kind, Eltern reden ja gern im Plural) befinden uns gerade im sechsten Sprung. 

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Kindeswohlgefährdung – Vegane Ernährung nur für Erwachsene!

Weil ich immer wieder gefragt werde, ob wir auch unser Kind vegan ernähren und warum und wieso und weshalb, ist es mal wieder an der Zeit für einen Grundsatzartikel. Vegan ist ungesund. Es ist unverantwortlich, Kindern Fleisch und Milch vorzuenthalten, Veganer leiden alle an Mangelernährung und wenn man schon selbst keine Tiere essen mag, soll man doch wenigstens seine Kinder aus dem Spiel lassen. Die können schließlich noch nicht selbst entscheiden und sind ihren Eltern auf Gedeih und Verderb ausgeliefert. Weiterlesen „Kindeswohlgefährdung – Vegane Ernährung nur für Erwachsene!“

Pläne ändern sich – Über Liebe und vertane Chancen

Dieser Artikel sollte sich eigentlich darum drehen, wie es sich für eine Mama anfühlt, wenn sie eine Zeit lang von ihrem Baby getrennt ist. Es sollte um Trennungsschmerz gehen, um die imaginäre Nabelschnur und um Mutterliebe, aber auch um Freiheit und Selbstfindung. Tja. Nun sitze ich hier, auf meiner Bank im Wald, neben mir der Kinderwagen, und schaue auf mein Baby, das mit der Sonne um die Wette strahlt. Köln ist weit, weit weg.

Mein Termin ist geplatzt. Also, ich habe ihn platzen lassen. Geplant war, Montagfrüh um 6 Uhr ins Auto zu steigen, nach Köln zu fahren, zwei Nächte dort zu übernachten und dann Mittwoch zurückzukehren. Alisa sollte solange bei der Oma bleiben, die sich extra Urlaub genommen hatte.

Was war passiert?

Ich hatte ja die ganze Zeit schon Bedenken, mein Kind „zurück“ zu lassen. Das hat überhaupt nichts damit zu tun, dass ich meiner Mutter das nicht zugetraut hätte. Im Gegenteil. Sie hätte sich rührend um Alisa gekümmert, ich hätte sie wirklich beruhigt bei ihr lassen können. Aber das sagt nur mein Kopf. Mein Herz und mein Bauch und überhaupt jedes anderes fühlende Körperteil haben sich dagegen gesträubt, mein Baby nicht bei mir zu haben. Je näher der Montag rückte, desto deprimierter wurde ich. 

Ich glaube, das kann auch keiner nachvollziehen, der nicht selbst Kinder hat. Die Kleine mal drei Tage zur Oma geben, mein Gott, es gibt Schlimmeres! Sagen die. Für mich ist das aber schlimm! 

Am Tag vor der Abreise ist dann noch etwas passiert, das wohl der Alptraum jedes Elternteils ist: Das Baby ist vom Bett gefallen! Ihr ist nichts passiert, zum Glück! Ich hätte mir trotzdem am liebsten den kleinen Finger abgehackt, weil ich kurz nicht aufgepasst habe. Ich hatte solche Schuldgefühle und sie tat mir so unendlich leid! Ich hätte am liebsten sofort den Notarzt einfliegen lassen. 

Der hätte die Kleine aber auch nur zur Überwachung drei Tage mit ins Krankenhaus genommen. Sie hatte ja keine Platzwunde, hat nicht erbrochen, war nicht apathisch und hat eine Minute danach schon wieder fröhlich gespielt. Trotzdem soll man kleine Babys nach einem Sturz noch 24 Stunden beobachten und bei den geringsten Anzeichen, dass doch etwas passiert sein könnte, sofort ins Krankenhaus bringen.

Und da soll ich einfach so wegfahren? Never! Nachdem ich die halbe Nacht wachgelegen und wieder und wieder kontrolliert habe, ob sie noch atmet, war ich völlig fertig. Hin- und hergerissen zwischen „Alles ist gut, wir fahren!“ und „OH MEIN GOTT wir fahren auf keinen Fall!“ habe ich irgendwann in der dunkelsten Früh meinen Freund geweckt und ihm aufgelöst die Ohren vollgeheult. 

Zum Glück ist mein Freund wie er ist und hat mich getröstet und beruhigt und mir erklärt, dass es völlig in Ordnung ist, wenn wir in Köln absagen und zuhause bleiben. Was ist schon ein Auftritt im Fernsehen gegen das Glück, dieses bezaubernde kleine Baby zu haben?

Oh war ich erleichtert! Ich durfte bei meinem Baby bleiben! Klar, ich habe schon noch gehadert und gegrübelt, ob es gut war, so eine Chance einfach sausen zu lassen. Mache ich auch jetzt noch. Noch gäbe es nämlich die Möglichkeit, nach Köln zu fahren und die Chance zu nutzen. Aber ich weiß nicht, wie ich es anstellen soll. Dalassen kann ich Alisa nicht und mitnehmen geht auch nicht, weil ich jemanden bräuchte, der mitfährt, aber keiner hat Zeit. Also war es das! Es ist bitter, aber nicht zu ändern. Ich weiß ja, wofür ich verzichte. 

Und plötzlich dreht sich der Text doch um Mutterliebe und Selbstfindung. Ich habe wieder etwas über mich gelernt. Erstens: Ich bin eine Glucke. Zweitens: Es gibt jemanden, der mir wichtiger ist, als ich selbst. Und drittens: Ich bin in der Lage, meinem Herzen zu folgen und zu erkennen, was wirklich zählt. Und wenn ich doch wieder grüble und zweifle und trauere um die vertane Chance, schaue ich auf mein strahlendes Baby und weiß: Ich habe alles richtig gemacht!