Oje, es wächst!

Manche sagen, das Leben gleicht einer Achterbahnfahrt. Ich denke, es ist ein Katapult. Eine Zeit lang passiert gar nichts und dann – BÄM! – alles auf einmal. Höhenflug, Absturz, knallharte Landung auf dem Boden der Tatsachen.

Und so ist es von Anfang an. Schon ganz kleine Babys durchleben diese Ereigniskette. Die Abstürze (oder sind das die Höhenflüge?) nennen Experten „Sprünge“, Entwicklungsschübe.  Zehn Stück soll es davon in den ersten 20 Lebensmonaten geben. Wir (also das Kind, Eltern reden ja gern im Plural) befinden uns gerade im sechsten Sprung.  Weiterlesen „Oje, es wächst!“

Kindeswohlgefährdung – Vegane Ernährung nur für Erwachsene!

Weil ich immer wieder gefragt werde, ob wir auch unser Kind vegan ernähren und warum und wieso und weshalb, ist es mal wieder an der Zeit für einen Grundsatzartikel. Vegan ist ungesund. Es ist unverantwortlich, Kindern Fleisch und Milch vorzuenthalten, Veganer leiden alle an Mangelernährung und wenn man schon selbst keine Tiere essen mag, soll man doch wenigstens seine Kinder aus dem Spiel lassen. Die können schließlich noch nicht selbst entscheiden und sind ihren Eltern auf Gedeih und Verderb ausgeliefert. Weiterlesen „Kindeswohlgefährdung – Vegane Ernährung nur für Erwachsene!“

Pläne ändern sich – Über Liebe und vertane Chancen

Dieser Artikel sollte sich eigentlich darum drehen, wie es sich für eine Mama anfühlt, wenn sie eine Zeit lang von ihrem Baby getrennt ist. Es sollte um Trennungsschmerz gehen, um die imaginäre Nabelschnur und um Mutterliebe, aber auch um Freiheit und Selbstfindung. Tja. Nun sitze ich hier, auf meiner Bank im Wald, neben mir der Kinderwagen, und schaue auf mein Baby, das mit der Sonne um die Wette strahlt. Köln ist weit, weit weg.

Mein Termin ist geplatzt. Also, ich habe ihn platzen lassen. Geplant war, Montagfrüh um 6 Uhr ins Auto zu steigen, nach Köln zu fahren, zwei Nächte dort zu übernachten und dann Mittwoch zurückzukehren. Alisa sollte solange bei der Oma bleiben, die sich extra Urlaub genommen hatte.

Was war passiert?

Ich hatte ja die ganze Zeit schon Bedenken, mein Kind „zurück“ zu lassen. Das hat überhaupt nichts damit zu tun, dass ich meiner Mutter das nicht zugetraut hätte. Im Gegenteil. Sie hätte sich rührend um Alisa gekümmert, ich hätte sie wirklich beruhigt bei ihr lassen können. Aber das sagt nur mein Kopf. Mein Herz und mein Bauch und überhaupt jedes anderes fühlende Körperteil haben sich dagegen gesträubt, mein Baby nicht bei mir zu haben. Je näher der Montag rückte, desto deprimierter wurde ich. 

Ich glaube, das kann auch keiner nachvollziehen, der nicht selbst Kinder hat. Die Kleine mal drei Tage zur Oma geben, mein Gott, es gibt Schlimmeres! Sagen die. Für mich ist das aber schlimm! 

Am Tag vor der Abreise ist dann noch etwas passiert, das wohl der Alptraum jedes Elternteils ist: Das Baby ist vom Bett gefallen! Ihr ist nichts passiert, zum Glück! Ich hätte mir trotzdem am liebsten den kleinen Finger abgehackt, weil ich kurz nicht aufgepasst habe. Ich hatte solche Schuldgefühle und sie tat mir so unendlich leid! Ich hätte am liebsten sofort den Notarzt einfliegen lassen. 

Der hätte die Kleine aber auch nur zur Überwachung drei Tage mit ins Krankenhaus genommen. Sie hatte ja keine Platzwunde, hat nicht erbrochen, war nicht apathisch und hat eine Minute danach schon wieder fröhlich gespielt. Trotzdem soll man kleine Babys nach einem Sturz noch 24 Stunden beobachten und bei den geringsten Anzeichen, dass doch etwas passiert sein könnte, sofort ins Krankenhaus bringen.

Und da soll ich einfach so wegfahren? Never! Nachdem ich die halbe Nacht wachgelegen und wieder und wieder kontrolliert habe, ob sie noch atmet, war ich völlig fertig. Hin- und hergerissen zwischen „Alles ist gut, wir fahren!“ und „OH MEIN GOTT wir fahren auf keinen Fall!“ habe ich irgendwann in der dunkelsten Früh meinen Freund geweckt und ihm aufgelöst die Ohren vollgeheult. 

Zum Glück ist mein Freund wie er ist und hat mich getröstet und beruhigt und mir erklärt, dass es völlig in Ordnung ist, wenn wir in Köln absagen und zuhause bleiben. Was ist schon ein Auftritt im Fernsehen gegen das Glück, dieses bezaubernde kleine Baby zu haben?

Oh war ich erleichtert! Ich durfte bei meinem Baby bleiben! Klar, ich habe schon noch gehadert und gegrübelt, ob es gut war, so eine Chance einfach sausen zu lassen. Mache ich auch jetzt noch. Noch gäbe es nämlich die Möglichkeit, nach Köln zu fahren und die Chance zu nutzen. Aber ich weiß nicht, wie ich es anstellen soll. Dalassen kann ich Alisa nicht und mitnehmen geht auch nicht, weil ich jemanden bräuchte, der mitfährt, aber keiner hat Zeit. Also war es das! Es ist bitter, aber nicht zu ändern. Ich weiß ja, wofür ich verzichte. 

Und plötzlich dreht sich der Text doch um Mutterliebe und Selbstfindung. Ich habe wieder etwas über mich gelernt. Erstens: Ich bin eine Glucke. Zweitens: Es gibt jemanden, der mir wichtiger ist, als ich selbst. Und drittens: Ich bin in der Lage, meinem Herzen zu folgen und zu erkennen, was wirklich zählt. Und wenn ich doch wieder grüble und zweifle und trauere um die vertane Chance, schaue ich auf mein strahlendes Baby und weiß: Ich habe alles richtig gemacht!

​Flug verpasst! Ein sinnloser Vormittag in Leipzig

Manchmal sind gewisse Vorhaben von Anfang an zum Scheitern verurteilt. Mit Baby sind Aktionen, die ins Leere laufen, besonders bitter. Ich musste kurzfristig nach Köln und weil die Autofahrt immer so lang ist und beschwerlich, dachte ich, fliegen wir halt. Ab Leipzig, da ist man in gut einer Stunde dort und dann rucki, zucki in Köln. Dafür ist man aber auch nicht so flexibel wie mit dem Auto und muss sich, so ist das nun mal, an die Abflugzeiten der Airline halten.

Normalerweise bin ich ein pünktlicher Mensch. Ich hasse es, Stress zu haben und andere Leute auf mich warten zu lassen. Das ist unhöflich. Weiterlesen „​Flug verpasst! Ein sinnloser Vormittag in Leipzig“

Ein Hühnerei bringt keinen um

Letztens hat mich ein Bekannter auf das Thema Veganismus angesprochen. Also er könnte das ja nicht. Kein Fleisch mehr – das mag vielleicht noch gehen. Aber ohne Milch, Käse und Eier? Nein! Darauf kann er nun wirklich nicht verzichten! Überhaupt: Was ist so schlimm an einem Hühnerei? Dafür muss doch keiner leiden. Schließlich ist Eier legen der Daseinszweck eines Huhns. Und ob die Henne nun eines oder drei oder fünf Eier ausbrütet, ist ihr doch egal. Und am nächsten Tag liegt sowieso wieder ein neues im Nest.

Gut, Eier aus Käfighaltung muss man vielleicht nicht unbedingt kaufen. Bodenhaltung klingt auch nicht so natürlich. Aber ein Bio-Ei? Aus Freilandhaltung? Man kann es auch übertreiben. Keine Eier mehr essen, ts ts ts. Wir Veganer sollten doch mal die Kirche im Dorf lassen! Weiterlesen „Ein Hühnerei bringt keinen um“

Status: Es ist kompliziert

Früher war das Leben irgendwie einfacher. Aufstehen, Tagwerk verrichten, schlafen. DURCH, versteht sich. Mit Baby erfordern selbst die simpelsten Dinge einen enormen Aufwand an Planung und Zeit. Alles ist so kompliziert. Auto fahren: kompliziert. Essen machen: kompliziert. Schlafen: Sowas von kompliziert. Haare waschen: Kompliziert. Auf Toilette gehen: Kompliziert. Beziehung: Leider auch kompliziert.

Manchmal sitze ich da, müde, mit platten Haaren und Brei auf den Pulli-Ärmeln, und starre auf mein schlafendes Baby. Wie kann etwas so Bezauberndes so kompliziert sein? Weiterlesen „Status: Es ist kompliziert“

Cranberries, Acaí-Püree, Kokos: Superfoods im Test – Mit HANOJU

Superfoods sind längst in aller Munde. Auch in meinem. Weil sie im Laden oft ziemlich teuer und nicht immer von Bio-Qualität sind, bestellen wir Cranberries, Chiasamen und Co. seit einiger Zeit online.

Die Firma HANOJU („Ihr Spezialist für Superfoods und Nahrungsergänzung“) war so lieb und hat mir einige Produkte zum Testen geschickt. Im Paket: Bio Cranberry Beeren, Bio Acaí-Püree 100% und ein Kokos-Set bestehend aus Bio Kokosöl, Bio Kokossirup, Bio Kokosblütenzucker, Bio Kokosraspeln und Bio Kokosmehl. Aloha! Weiterlesen „Cranberries, Acaí-Püree, Kokos: Superfoods im Test – Mit HANOJU“

Digital Detox: Warum es Sinn macht, das Smartphone auch mal auszuschalten 

Heute mein Smartphone zuhause vergessen. Ist es eigentlich normal, dass man sich ohne Handy fühlt, wie amputiert? Irgendwie unvollständig, sagt auch mein Freund. Und angesichts der Tatsache, dass nahezu jeder Erwachsene, den ich kenne, IMMER und ÜBERALL sein Smartphone einstecken hat, sind wir wohl keine Einzelfälle.

Ich erinnere mich noch an die Zeit, als ich Kind war und die Festnetznummern all meiner Freundinnen auswendig kannte. „Hallo, hier ist Annemarie, ist XXX da?“ Damals schon haben meine Eltern gewitzelt, wie sie es damals wohl ohne Telefon geschafft hätten, sich mit Freunden zu verabreden. Und heute? Trifft man sich erst gar nicht mehr. Sondern „what‘s apped“ den ganzen Tag. Oder skyped, facebooked, twittert, snapchatted.

Grundsätzlich finde ich das gar nicht so schlecht. Ich kann regelmäßig mit Menschen in Kontakt sein, die ich im Alltag aufgrund von Zeitmangel und/oder Entfernung nur selten treffen kann. Ohne Smartphone wäre ich als Mama in Elternzeit schon längst vereinsamt.

Was mich aber stört, ist diese Abhängigkeit. Dass ich in jeder freien Minuten zum Smartphone greife und Nachrichten, Facebook, Instagram und so weiter checke. So viel verlorene Zeit! Ich meine, da hat man das bezauberndste Baby der Welt neben sich liegen und was macht man? Man tippt gedankenverloren auf einem toten Gerät. 

„Smombie“, eine Zusammensetzung aus Smartphone und Zombie, nennt man einen Menschen, der so auf sein Smartphone fixiert ist, dass er von der richtigen Welt nichts mehr mitbekommt.

Die permanente Verfügbarkeit ist nicht nur lästig, sie macht auch richtig krank: wer ständig erreichbar ist, entwickelt häufiger Symptome von Stress, Überforderung und Depression. Die ständige Konfrontation mit optimierten, gefotoshopten Bildern in sozialen Netzwerken belastet uns zusätzlich und verstärkt Minderwertigkeitskomplexe und Selbstzweifel. „Nicht abschalten können“ ist in diesem Falle wörtlich gemeint.

Was also tun? 

„Digital Detox“ heißt, dass über einen Zeitraum von einem Tag, einer Woche oder, in besonders harten Fällen, mehreren Wochen auf das Smartphone (und der anderweitige Zugriff auf soziale Netzwerke) verzichtet wird. Kalter Entzug. Es gibt sogar Camps, in denen man unter professioneller Anleitung wieder lernen kann, ohne News zu leben.

Nun ist es ja aber so, dass gerade das Smartphone für die meisten heutzutage ein unabkömmlicher Begleiter ist. Es ist nicht nur ein Telefon. Es ist unser Kalender, unser Lexikon, unser Kontakt zur Außenwelt und unsere Kommandozentrale. Gerade wenn man Kinder hat, kann man nicht einfach sagen: „Mama hat kein Handy mehr. Sieh zu, wen du anrufst, wenn du Schwierigkeiten hast!“ Genauso geht es aber auch Angestellten, Selbständigen, Managern, Lehrern, Journalisten und und und. Kaum eine Berufsgruppe kann es sich heute noch leisten, das Handy auch mal auszuschalten und mal nicht „up to date“ zu sein.

Und genau das, das Darauf-angewiesen-sein, macht das Abschalten so schwierig. Bei anderen Süchten, Alkohol oder Nikotin beispielsweise, setzt man zum Loskommen auf konsequenten Verzicht. Das geht beim Smartphone nicht. Hier muss man sich mäßigen. Und ist Mäßigung nicht das, was uns allen am schwersten fällt? Alles oder Nichts ist viel einfacher.

Und trotzdem lohnt es sich. Weniger Handy bedeutet mehr Zeit für angenehme Dinge. Lesen. Basteln. Backen. Spielen! Miteinander reden. Wolken gucken. Schlafen. So viele Möglichkeiten. 

Deshalb mache ich jetzt Digital Detox light: Nur noch einmal pro Stunde Nachrichten checken. Nur noch einmal am Tag, am besten zu einer festgelegten Zeit, durch Facebook und Co scrollen. Das Handy beim Spazierengehen zu Hause lassen. Nicht immer gleich Google fragen, sondern auch mal selber nachdenken – den Kopf einschalten statt das Handy.

Das würde generell viele Probleme lösen. 🙂

Das Smartphone macht unser aller Leben einfacher und bequemer. Ganz verzichten möchte ich darauf nicht. Aber es kann nicht schaden, sich wieder öfter auf das zu besinnen, was wirklich zählt: das echte Leben. 

Das ist nämlich besser als jede App der Welt.

Vegane Ostergeschenke und andere Gedanken zum Montag

Bald ist Ostern. Und es ist gar nicht so leicht, vegane Leckereien fürs Osternest zu finden. Natürlich könnte ich auch einfach auf herkömmliche Nougat-Eier und Milka-Hasen zurückgreifen. Aber heißt es nicht, ein Geschenk ist immer auch ein Stück desjenigen, der es verschenkt? Und Milchschokolade und Annemarie, das passt einfach nicht zusammen. Weiterlesen „Vegane Ostergeschenke und andere Gedanken zum Montag“